GPAI (General Purpose AI)
Allgemein zugängliche KI-Modelle nach Art. 53–55 EU AI Act
TL;DR
General Purpose AI (GPAI) nach Art. 3 Nr. 63 EU AI Act sind KI-Modelle, die durch ihre erheblichen allgemeinen Fähigkeiten in unterschiedlichen Aufgaben eingesetzt werden können. Beispiele: ChatGPT, Claude, Gemini, LLaMA. Anbieter-Pflichten nach Art. 53–55 gelten seit 02.08.2025. Bei systemischem Risiko (≥10²⁵ FLOPs Trainings-Compute): zusätzliche Pflichten nach Art. 55.
Was ist GPAI (General Purpose AI)?
GPAI-Modelle unterliegen drei Pflicht-Säulen aus dem GPAI Code of Practice (final 10.07.2025):
- Transparenz: Training-Data-Summary (Art. 53 Abs. 1 lit. d), Model Card, Documentation für nachgelagerte Anbieter
- Copyright: EU-Urheberrechts-Compliance, Opt-out-Beachtung, robuste interne Policy
- Safety & Security (nur GPAI mit systemischem Risiko): Modell-Bewertung, Adversarial Testing, Vorfallsmeldung, Cybersicherheit
Schwelle 'systemisches Risiko' (Art. 51): ≥10²⁵ FLOPs kumulative Trainings-Rechenleistung. Aktuell (2026) erfasst nur Frontier-Modelle (GPT-4-Klasse, Claude Opus, Gemini Ultra).
Praxisbeispiel
Praktische Konsequenz für KMU als Betreiber von GPAI:
- ChatGPT-Nutzung: Sie sind Betreiber, nicht Anbieter — keine GPAI-Pflichten direkt
- Aber: AI Literacy nach Art. 4 (Pflicht seit 02/2025)
- Bei Anhang-III-Use-Case (HR, Recruiting): zusätzliche Hochrisiko-Pflichten ab 12/2027
Wer eigene RAG-Systeme auf GPAI-API baut und unter eigenem Namen vertreibt: substantial modification → wird zum Anbieter.